TAG ZEHN

Aus, weg, zu Ende. Heute gibt’s alles zum letzten Mal, wenn man jedem Tag mit dem Festival zu tun hatte, kann man sich das überhaupt nicht vorstellen. Was soll man denn jetzt danach machen? Wie war das nochmal, das ganz normale, echte, eigene Leben? Wie eine Riesenwelle ist das Festival über seine Macher, aber ebenso über all die Autoren, Moderatoren, irgendwie Beteiligten hinüber gebrochen und hat alles weg gespült. Und das gilt genauso auch für die Lesungsbesucher: Immer wieder konnte man bei Lesungen und zwischen Lesungen Gespräche belauschen, in denen sich Lesungsbesucher ganz selbstverständlich darüber austauschten, wo sie gestern waren, was sie morgen besuchen wollen, wie heute Nachmittag die Lesung war … Die lit.COLOGNE ist hier in Köln eine große, enthusiastisch angenommene Institution, Köln ohne lit.COLOGNE, das will man sich jetzt gerade gar nicht richtig vorstellen. Aber das Lesefest kommt ja wieder, das dauert ja nur noch ein Jahr. Und: Das Lesefest ist ja noch gar nicht richtig zu Ende, wir haben ja noch einen Abend …

Ferdinand von Schirach ist alles andere als nur ein schriftstellernder Anwalt, eher ein kalter, virtuoser, und wieder und wieder überraschend rechtsmoralischer Chirurg von Menschen und ihren Missetaten. Mit Frank Plasberg, einem ebenfalls kühl und unbestechliche Nachfrager, wird er um 18 Uhr im Klaus-von-Bismarck Saal seinen Debüterfolg „Verbrechen“ vorstellen. Um 19 Uhr dann liest der große europäische Theatermacher Luc Bondy aus seinem ersten, von der Kritik hoch gelobten Roman „Am Fenster“. Um 19:30 Uhr folgt dann im Schauspielhaus der letzte einer Reihe von großen Abenden der lit.COLOGNE im dortigen Haus: Anna Thalbach, Christian Brückner und der FAZ-Redakteur Andreas Platthaus führen in die weltliterarische Gegen-Geschichte des Wahnsinns, der Unmoral und der Verdammung ein.   In der schönen Reihe der lit.COLOGNE-Patenschaften, in denen sich etabliertere Autoren jüngere Pendants als Tandempartner wählen, bringt Antje Ravic Strubel den jungen Hamburger Finn-Ole Heinrich mit. Und ganz am Ende, um 21 Uhr, wird Hakan Nesser dann seinen neuen Mordfall mitbringen, „Das zweite Leben des Herrn Roos“ wird vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, die deutsche Stimme leiht den Texten Dietmar Bär. Tja, und am Ende dann geht’s noch einmal ins Schokoladenmuseum, wo DJ Hans Nieswandt und ganz sicherlich auch jede Menge Freude über diese gelungenen Literaturtage warten.

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