Ein erster Abschied: Die 10. lit.kid.COLOGNE ist zu Ende!

Jetzt geht sie also ihrem Ende entgegen, diese 10. lit.COLOGNE. Heute Abend prasselt es noch einmal Lesungen für die Erwachsenen, dann ist Zapfenstreich.

Bereits genau jetzt, am Samstagnachmittag aber, hört das tragende Segment der lit.COLOGNE auf – ein Ende, das zumindest in der Erwachsenenwelt häufig etwas weniger Beachtung findet, als es verdient hätte: Die lit.kid.COLOGNE ist zu Ende! Mit der Lesung von Werner J. Egli, der heute Nachmittag auf dem  Literaturschiff aus einem wild-dokumentarischen Roman für Jugendliche vorliest, in dem Hilfstransporte nach Afrika, moderne Elends-Piraterie, Sklavenhandel und Flüchtlingsschicksale vor der Küste Somalias aufeinander treffen, ist das Literaturfest für die Kinder wieder einmal für ein Jahr beendigt. Aber was das für ein Literaturfest war! Köln und die Feuilletons sprechen häufig, viel und gern über das Erwachsenenfest, beide, muss man aber jetzt einfach mal sagen,  können ebenso stolz  stolz sein (und gern auch mehr darüber sprechen!), ein Lesefest zu haben, dass mit einem einfach unglaublich reichhaltigen  Jugendprogramm ausgestattet ist.

Denn die weit über 15.000 Lesungsbesuche des Festivals im Kinderprogramm sind ja nichts anderes als vollkommen direkt und ungebrochen Leseförderung an vorderster Front. Die Geldmittel, die die lit.COLOGNE und ihre Förderer – wohl in diesem Fall vor allem die Imhoff-Stiftung und die RheinEnergie – für dieses Programm aufwenden, ist letztlich eine fortgeschrittene Investition in die Literarisierung unserer Gesellschaft. Lesungen, und gerade so liebevoll eingerichtete Lesungen und Gespräche wie die dieses Festivals, können wie kaum ein anderes Mittel das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Literatur wecken. Auf solchem Wege wird wie auf keinem anderen ganz direkt die Lesekompetenz von Kindern verbessert, die Arbeit ist kurzum eine Arbeit am absoluten Kerngeschäft der Gesellschaft: Der Bildung.

In Deutschland wird viel Geld für Literaturförderung aufgewendet – und ein großer Teil von diesem im Vergleich zu anderen Ländern wirklich großem Kuchen für die Förderung von Autoren und Autorenvorhaben verbraucht. Man darf jedoch mit Recht fragen, ob es nicht ungleich besser ist, stattdessen zukünftige Leser von Autoren zu fördern – Menschen, die bereits früh mit Literatur in Berührung gekommen sind, später  Bücher lesen und eben auch kaufen, zusätzlich vielleicht noch Lesungen besuchen, sind doch wohl definitiv einer Konzeption von Kulturpolitik vorzuziehen, die starr und schematisch ästhetische Positionen und sonst nichts belohnt. Das  Kinder- und Jugendprogramm der lit.COLOGNE, die selbst im Gegensatz zu anderen großen Literaturfestivals kaum staatliche Gelder in Anspruch nimmt, ist endlich einmal gelebte Kulturarbeit an der Stelle, an der Kulturarbeit auch notwendig ist: An der Basis, und eben gerade nicht an den Elfenbeintürmen.

Und daher hier an dieser Stelle: Hoch die Tassen mit Kinderpunsch auf diese 10 lit.kid.cologne, und alles, alles Gute für die kommenden Jahre!

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