Wolf Haas angeblitzt

Gleich zu Beginn der Lesung von Wolf Haas wollte ich als guter Spion ein Foto von ihm machen. Der Saal auf dem Literaturschiff war dunkel, mein Fotoapparat blitze und Wolf Haas sagte: „Wer mich anblitzt, verlässt später meistens weinend den Saal!“ Also wurde das Foto etwas verschreckt verwackelt und der Fotoapparat blieb bis zum Ende lieber in der Hosentasche. Später allerdings gelangen uns doch noch einige sehr gute Aufnahmen, doch dazu nachher mehr.

Die Lesung dürfte von Wolf Haas unter „voller Erfolg“ verbucht worden sein. Das Schiff war brechend voll mit eingefleischten Brenner-Fans, die nach nahezu jedem Satz in wildestes Gelächter ausbrachen. Der Mann hat aber auch Charme! Sitzt allein auf der Bühne (was bei Veranstaltungen der lit.COLOGNE selten vorkommt) und hat den Saal absolut in der Hand. Liest statt langer Erklärungen zu seinem Schreiben lieber Einträge aus Internetforen vor, in welchen seine Bücher diskutiert werden oder Schüler verzweifelt nach Inhaltsangaben fragen, weil sie keine Lust haben, selbst zu lesen. Das ist lustig, vor allem aber zeigt es: Wolf Haas weiß sich zu inszenieren.

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