Das war der Freitag

Dieses Foto hier wurde gestern Abend etwas vor 22 Uhr in der Kulturkirche in Nippes geschossen, es zeigt den spanischen Schriftsteller Javier Marias und den Moderator Paul Ingendaay.  Zur gleichen Zeit hätten wir ebenso gut fotografieren können: Martin Walsers Lesung aus seinen Tagebüchern im Schauspielhaus, Harriet Köhlers Lesung aus ihrem neuen, zweiten Roman, das große Maschinen-Lesungs-Happening mit u.a. Katharina Thalbach und Ralph Caspers im Limelight, die Nicola Keegan-Lesung im Arkadas Theater, Wladimir Kaminer auf der MS RheinEnergie, den WDR-Lesemarathon, der heute morgen immer noch läuft, … und so weiter und so fort, und nahezu alles ausverkauft.  Besucht man, wie ja viele Kölner das tun, nicht nur eine einzige Lesung des Festivals, sondern mehrere, und vielleicht sogar noch mehrere an einem Tag, dann stellt sich sehr bald ein absoluter Jubel der Gefühle ein: Es gibt hier so viel zu sehen, und alles gleichzeitig, man weiß gar nicht mehr, wo man hin gucken soll, und die Lesung, die man sich ausgesucht hat, ist nun wirklich nur eine einzige unter vielen möglichen Lesungen. Was für ein Freitagabend! Dass eine Stadt mit einer solchen Bereitschaft zu einem solchen Kulturleben in diesen Tagen gerade in Sachen Kultur bis zum Anschlag verunsichert und empört ist, lässt für die Zukunft einfach nur hoffen: Hier gibt es derart viel Interesse an Kultur, hier ist Kultur doch einfach selbstvetrständlich, hier muss sie möglich sein.

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1 Kommentar

  1. zieht euch warm an! und das jetzt mal nicht, weil ich nach dem abend im ‚limelight‘ sorge verbreiten müsste, dass die „maschinen aller länder“ sich gegen uns (herz tragende menschen) vereinigen. nein, nein. einfach so kalt, die location. vielleicht aber war das ein ganz inidviduelles luxusproblem des abends, weil wir es immerhin in die erste reihe geschafft hatten und so nicht von den mitsitzenden gewärmt wurden. erste-reihe-sitzend kann ich euch sagen: großartig die katharina thalbach, der manfred zappatka, der ralph caspers (nur am rande: socken passten zur krawatte, moderationskarten zum hemd, schuhe und jacket zu allem) und die traudl bünger raumgreifend zu anfang. der philosoph war die reise aus china und alle ökominusmeilen ohnehin wert. die poetry machine und ihr vater gingen etwas unter, weil zu spät am abend.
    aber die leute um mich rum: schlechtgelaunt, motzend schon in der schlange zum einlass. da lob ich mir doch die gutgelaunt campierenden, die tagelang, so wird berichtet, vor den ticketschaltern GEMEINSAM spass haben, wenn sie auf eröffnung des ticket verkaufs der ‚lachenden sporthallle‘ warten.


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