Der Koch und die Politik

Gestern fand ja bereits um 18 Uhr auch die große, längst schon ausverkaufte Lesung mit Martin Suter im Theater am Tanzbrunnen statt. Suter-Lesungen sind Selbstläufer, da kann nix schiefgehen bei diesem Mann und diesen Texten – und vor allem diesem Publikum, das Suter und Suter-Texte eben einfach und immer liebt. Im Suter-Werk stellt das neue Buch dabei aber sicherlich eine Ausnahme dar, wegen der allein die Lesung schon gelohnt hätte: Seine Suter-Themen so anzulegen, dass sie ganz plötzlich aus der reinen Unterhaltung – und was anderes als Unterhaltung wäre die Idee, äußerst appetitanregend von einem mit aphrodisierenden Künsten gesegneten Koch zu erzählen? – dass sie also ganz plötzlich aus der reinen Unterhaltung heraus auf Sri Lanka und die dortigen politischen Bedingungen prallen – und von diesen wiederum auf die globalen politischen Bedingungen, die sowohl Sri Lanka, als auch eben den Wohlfühl- und Unterhaltungsort Schweiz erst möglich machen. Oder, anders gesagt: Suter schreibt zwar keine politischen Romane, sondern immerzu Unterhaltungsromane, aber wenn er jetzt den politischen Unterhaltungsroman erfunden hat, ist das schon ganz und gar bemerkenswert – und sollte eine äußerst interessante Lesung ergeben haben!

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