Tag 1: Donnerstag, 11. März 2010

Gleich zu Anfang gibt es so viele Höhepunkte, dass man gar nicht weiß, wohin man gehen soll. Ein sogar unter all den herausragenden Ereignissen dieser lit.COLOGNE herausragendes Ereignis ist ganz sicherlich das Gipfeltreffen von Herta Müller mit Ai Weiwei. Eine Veranstaltung, die schon vom bloßen Konzept her für vieles von dem steht, was die lit.COLOGNE zu dem Festival macht, das sie ist: Ganz ganz große Namen treffen hier aufeinander, auf den ersten Blick ist das einfach nur interessant und ungewöhnlich – auf den zweiten Blick aber ist das eine Begegnung, die in sich eben doch so viel Sinn macht und von ihrer ganzen Idee her so gut und kreativ gedacht ist, dass genau dieses Treffen eben alles andere als nur ein Event oder irgendein x-beliebiges Aufeinandertreffen ist. Ai Weiwei und Herta Müller haben ja einiges gemeinsam, haben sich in ihren Arbeiten beide mit Diktaturen auseinandergesetzt – und diese Auseinandersetzung vor allem auch beide aus einer Perspektive betrieben, die erst von außen her möglich wurde, einmal über den internationalen Kunstmarkt, einmal über die Bundesrepublik Deutschland, und so erst die jeweiligen Systeme in all ihren Details nachzeichnen und zur Kenntlichkeit entstellen konnte. Was für ein Treffen. Wir werden berichten.

Außerdem sicherlich fantastisch, in der Reihe der Vorstellungen großer, mit Liebe und Verve vorgestellter Weltliteratinnen und Weltliteraten: Der Patricia Highsmith-Abend. Hannelore Hoger kann man sich jetzt schon sehr gut als abgrundtiefe, darüber scheinbar weiche Vorleserin vorstellen, und mit Matthias Habich und dem Higsmith-Herausgeber, Romancier und Spanien-Korrespondenten der FAZ Paul Ingendaay sollte das einfach nur ein großer, klirrend subtiler, böser, schauderhafter, eben schlicht guter Highsmith-Abend werden.

Und weiter mit Max Herre, zu dem man gar nichts weiter sagen muss, außer, dass inzwischen zwei und nicht nur eine Vorstellung seiner ersten Text-Verlesung geplant sind, für Numero zwei gibt es noch Karten. Und weiter mit Eric-Emmaunuel Schmitt, der hier auf der lit.COLOGNE schon so etwas wie ein stets beim Publikum geliebter, guter Dauergast ist. Und weiter mit Petra Reski, der großen Wissens-Patin der Mafia-Paten. Und weiter mit … wir merken schon, das schaffen wir alles gar nicht, wir werden mal wieder auswählen und leider auch wegfallen lassen müssen. Ein Jammer, das ist alles viel zu viel und alles viel zu interessant!

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