Hinter den Kulissen: Werner Köhler, Geschäftsführer der lit.COLOGNE

Zum zehnten Geburtstag der lit.COLOGNE wollen wir auch einmal ein wenig hinter die Kulissen blicken und die Menschen befragen, durch die die lit.COLOGNE erst zur lit.COLOGNE wird. Klar, das sind ganz viele und vor allem anderen auch die Leser, Besucher, Kölner. Die sollen hier im Blog nach Möglichkeit auch noch zu Wort kommen, wir fangen aber einfach mal an mit einem der Geschäftsführer der lit.Cologne: Werner Köhler, Verleger des Verlages „LKO“, Schriftsteller und Verfasser u.a. der Kölner Crinelli-Kriminalromane … und eben nicht zuletzt Festivalmacher, seit genau zehn Jahren. Und damit die erste Frage an Werner Köhler:

Wie ist das denn losgegangen mit der lit.COLOGNE, wie hattet ihr die Idee? Gibt es einen Gründungsmythos?

Werner Köhler: Der Gründungsmythos besagt, dass wir im Eiscafé neben einer großen Buchhandlung saßen und überlegten, wie wirklich gute Lesungen sein müssten, damit sie interessant sind. Gesagt, getan, könnte man sagen, auch wenn es ab diesem Punkt noch 1,5 Jahre bis zur ersten lit.COLOGNE dauerte. Das Gute: dieser Mythos ist wahr.

Der „LKO“-Verlag, was ist das, was macht der?

Werner Köhler: Das Kürzel aufgelöst bedeutet: Labonté Köhler Osnowski Verlagsgesellschaft mbH. Ein Verlag, der sich auf die Produktion von Kalendern spezialisiert hat aber auch Bücher für verschiedenste Kunden produziert. Am Auffälligsten vielleicht unser Köln Segment für den Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln.

Wie ist eure Aufteilung in der Geschäftsführung? Was ist Dein Bereich?

Werner Köhler: Bei lit.COLOGNE ist vieles „im Laufen“ entstanden, weshalb es die klassische Aufgabenteilung nicht gibt. Jeder von uns ist in der Lage, den Bereich des anderen eine Zeitlang mit zu betreuen. Meine Stärken liegen sicher eher im programmatischen Bereich und im Marketing.

War alles viel kleiner am Anfang? Hat das Festival sich verändert über die Jahre?

Werner Köhler: Klar. Am Beginn stand eine Idee: Ein Leuchtfeuer für die Literatur sollte das Festival sein. Ähnlich wie die Berlinale für den Film oder das North Sea Jazzfestival in Rotterdam. Abseits aller Verkäuflichkeit wollten wir ein spannendes Ereignis rund um das Medium Buch kreieren, und nach zehn Jahren scheint das auch gelungen zu sein. Im ersten Jahr dauerte das Festival gerade einmal drei Tage und drei Nächte (aber die hatten es in sich). Der Lohn: gleich zur Premiere kamen 27.000 Besucher. In diesem Jahr erwarten wir an 11 Tagen und bei 175 Veranstaltungen knapp 80.000 Gäste.

Hast Du „Lieblingskinder“ beim Festival, also etwa Autoren oder Ideen, an denen Du besonders hängst?

Werner Köhler: Ich wäre ein schlechter Lügner, wenn ich behaupten würde, alle wären mir gleich lieb. Aber ein noch schlechterer Gastgeber, wenn ich meine Lieblinge benennen würde. Und bei den Ideen sind es tatsächlich immer die Jüngsten, die mich faszinieren. Ehrlich gesagt, schaue ich nicht so oft zurück. Was aber tatsächlich meine große Freude ist, sind die Zusammenkünfte mit den Autoren, Schauspielern und Moderatoren am Abend nach der Veranstaltung. Wenn Zeit ist, sich etwas näher kennenzulernen. Denn dafür machen wir das eigentlich, um unsere Favoriten kennenzulernen. Deshalb sind wir wahrscheinlich auch so hoffnungslos subjektiv, was unsere Auswahl angeht. Gott sei Dank sind wir beim Programm so unterschiedlich interessiert, dass trotzdem oder gerade deshalb ein spannendes Programm entstehen kann.

Gab es eine bestimmte großartige Lesung oder einen großartigen Abend, bei dem Du gewusst hast, das Du das genau dafür machst?

Werner Köhler: Also gut, keine Regel ohne Ausnahme: Die erste Gala 2001 mit Elke Heidenreich. Da hat mich die Rührung übermannt und ich musste mit den Tränen kämpfen. Und dann der unfassbar gute Abend über das Thema Melancholie. Mit dem großartigen Roger Willemsen, dem Ausnahmemimen Walter Schmidinger, Meret Becker und Frank Chastenier am Klavier – atemberaubend!

Worauf freust Du Dich bei dieser lit.COLOGNE besonders?

Werner Köhler: Darauf, dass es endlich losgeht. Auf interessante Entdeckungen, nette Gäste, lange Nächte und auf die Abschlussparty zum zehnjährigen mit unserem Ehrenspielführer Roger Willemsen (trägt die legendäre Nummer 10) und mit Hans Nieswandt an den Turntables.

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1 Kommentar

  1. Ein sehr interessantes Gespräch! Ich selbst bin seit der 1. Litcologne jedes Jahr begeisterter Gast gewesen und habe unvergessliche Abende erleben dürfen. Dieses Jahr leider bin ich zum ersten Mal nicht dabei.Aus beruflichen Gründen muss ich in Südamerika auf den zehnten Geburtstag der Litcologne anstoßen. Beste Grüße aus Rio und bis zum nächsten Jahr. Ihr Torsten Freudenhammer.


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