Presseschau: Samstag

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fasst Oliver Jungen kurz die Veranstaltung zusammen, die 3Sat auf der lit.cologne gedreht hat: Bei “Scobel” trat der große alte Mann der amerikanischen New Journalism-Reportage, Guy Talese, auf – und las unter anderem seine legendäre, fast ein halbes Jahrundert alte Reportage über Frank Sinatra vor, für die er Mitte der 1960er Jahre Sinatra über ein Vierteljahr hinweg konstant beschattete. Jungen beschreibt die Zurichtung, die Fernseh-Dramaturgie an den Lesenden verübt, die zu reinen “Moderatoren-Schoßhündchen” degradiert werden; am meisten leid tut einem der Publizismus-Publizist Lutz Hachmeister, der nicht einmal auf der Bühne sitzen durfte.

Die Kölnische Rundschau war beim Ilse Weber-Abend im Schauspielhaus dabei und tief berührt:  “Moderatorin Elke Heidenreich, die dem Abend behutsam das historische Gerüst einzog, erkannte einen „lebenslustigen, kreativen Menschen, der am Ende fast versteinert wirkt“.

Und, sehr interessant, da bilanzierend: Martin Oehlen zieht im Kölner Stadt-Anzeiger als Resummee des Festivals, dass diese neunte Ausgabea anders als alle vorausgegangenen lit.colognes war:

“Die lit.Cologne, die an diesem Samstag endet, kam zehn Tage lang so politisch und philosophisch daher wie keine Ausgabe des großen Literaturfestivals zuvor. Zumal die Kriegskrisenherde der jüngeren Vergangenheit hatten im Programm einen prominenten Platz. Das mag eine Laune der Verlagsproduktion sein. Der Brisanz und Intensität des Festivals hat es nur gut getan.”

Außerdem lobt Oehlen noch, dass die Kölner trotz “Krisengebimmels” nicht vor dem Kartenkauf zurückgescheut hätten und wohl abermals mit 65000 Besuchern eine Spitzenzahl von Lesungs- und Literaturinteressierten erreicht würde.

Noch keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentarfeed TrackBack-Indentifikations-URI

Einen Kommentar hinterlassen