Im Theaterhaus Ehrenfeld, herrscht ausgelassene Stimmung. Ganze 14 Männer haben sich in die Lesung der schwedischen Autorin Maria Sveland und ihrer neuseeländischen Kollegin Kirsty Gunn gewagt: Es geht um Gleichberechtigung. Maria Sveland hat sich in ihrem Roman „Bitterfotze“ die Wut von der Seele geschrieben und trifft damit offenbar den Nerv der meisten Zuschauerinnen. In dem vorgetragenen Kapitel über die heilbringende Wirkung von Ohrstöpseln wird nach jedem Satz gelacht, vereinzelt gar applaudiert – die Männer werden angesichts dieser weiblichen Solidarität in ihren Sesseln immer kleiner.
Kirsty Gunn dagegen beschreibt in ihrem Roman „44 Augenblicke“ sehr gefühlsbeladen ihre Entscheidung, ein Jahr mit ihren Töchtern zu verbringen und auf den Beruf zu verzichten. Hier geht es eher um das „schlagende Herz des eigenen Heims“ und die „häusliche Lebendigkeit auf dem obersten Treppenabsatz“, Müttergefühle pur. Dennoch ist auch Kirsty Gunn Feministin, wenn auch mit anderem Ansatz als Maria Sveland – eine kontroverse Diskussion kommt dennoch nicht auf, zu geschlossen ist die weibliche Gemeinschaft im Theatersaal: als Maria Sveland erzählt, sie wünsche sich einen Mann, der den Haushalt schmeisst, die Kinder erzieht und ein Abendessen kocht, während sie zur Arbeit geht, zeigt das ohrenbetäubende Gelächter, dass dieser Gedanke den meisten Frauen noch immer als Utopie erscheint.
2 Kommentare
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seit es ina deter an jede häuserwand geschrieben hat, sind schon einige jahre ins land gegangen, in denen tatsächlich einige neue männer herangewachsen sind. familienarbeit scheint teilbar, kinderglück und -verantwortung auch männlich zu werden .
aber warum sollten unterschiedliche lebensentwürfe zu wilden kontroversen emanzipationsdiskussionen führen? heißt nicht emanzipation die eigene vorstellung zu leben und das recht jeder anderen zuzubilligen? schön wenn die weibliche gemeinschaft das so sähe, denn zu kämpfen bis zur gleichberechtigung gibts für alle noch genug.
wenn das mal allese so einfache wär,
dann hätt ich drei sorgen weniger.
eine position wie die vo kirsty gunn muss schon allein deswegen zumindest diskutiert werden, weil sie auf gesellschaft zurückwirkt. deswegen ist es wichtig zu fragen, ob ein feminismus möglich ist, der sich patrichachalen vorgaben entzieht um eigene zu definieren oder ob bei ihr doch schlicht ein ganz tradtionelles mutterbild dahinter steckt, dem sie ein emanzipiertes Mäntelchen umlegt. mir ist der aufrührerische blick von maria sevland tausendmal lieber.